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Conference | Baroque Art and Culture of the Danube

Posted in conferences (to attend) by Editor on April 6, 2013

From the conference program, which includes speakers and presentation titles:

Barocke Kunst und Kultur im Donauraum
Passau und Linz, 9-13 April 2013

Screen shot 2013-04-02 at 9.45.35 PMIm Jahr 1662 zerstörte ein verheerender Stadtbrand die mittelalterliche Passauer Bischofskirche. Der anschließende Wiederaufbau in barocken Bauformen vor nunmehr 350 Jahren gehört zu den wichtigsten Großbauprojekten dieser Epoche im gesamten Donauraum. Dies bildet den Anlass zur Veranstaltung eines Wissenschaftskongresses, der über das lokale Geschehen hinaus „Barocke Kunst und Kultur im Donauraum“ ganz allgemein in den Blick nimmt.

Dabei gilt es zunächst der Frage nach der „Konstituierung des ‚Donauraums‘ in der Barockzeit als Kunst- und Kulturlandschaft“ nachzugehen – Thema der ersten Sektion des Kongress. Die Entstehung des Donauraumes ist in geographischer, geschichtlicher, kultureller und religiöser Hinsicht von der Vielfalt nationaler Identitäten und Zugehörigkeiten bestimmt. Sie verkörpern als differenzierte Einheit den Reichtum dieser Kulturlandschaft. Zudem ist in der Vielfalt eine Gegensätzlichkeit begründet, die eine bis heute wirksame Abgrenzung von Okzident und Orient bestimmt und in einer entsprechenden kulturgeographischen Differenzierung zum Ausdruck kommt. Der gesamte Flusslauf, von der Quelle bis zur Mündung , ist hier Gegenstand der Überlegungen. Im Mittelpunkt stehen die Territorien Bayerns und Österreichs sowie die eng mit dem habsburgischen Kaiserhaus verbundenen landesherrlichen Gebiete des Königreichs Böhmen, der Markgrafschaft Mähren, Schlesiens und des Königreichs
Ungarn. Das einst von Passau aus gelenkte „Donaubistum“ bildete einen wichtigen Ankerpunkt gemeinsamer kultureller und religiöser Identität in diesem Raum.

In einer zweiten Sektion werden „Kunsttransfer und Kulturaustausch als Spezifika des Barock im Donauraum“ in den Blick genommen. Die international ausgerichtete Tagung wagt hier den Versuch, der Erzählung nationaler und lokaler Kunstgeschichten (z.B. der österreichische Barock, der Passauer Barock) eine theoretisch fundierte Perspektive im Sinne des Kulturtransfers entgegenzustellen. Die Beiträge beschreiben namentlich die zentrale Beziehung zu Italien weniger als Rezeptions- denn als ein Transformationsproblem. Dabei wird das Phänomen des Kulturtransfers und des Austausches einerseits theoretisch reflektiert, andererseits auf konkrete Manifestationen hin untersucht. Im Austausch Italiens mit dem Norden werden neue Formen sakraler und profaner Repräsentation in ihren spezifischen medialen Ausprägungen (z. B. Architektur, Deckenmalerei, Stuckdekoration, Gartenkultur, Festwesen) vorgestellt. Hier stellt sich auch die Frage nach spezifischen Bildkulten und Bildkonzepten. Die Ausstrahlung höfischer Zentren (Wien, München, Prag etc.) und die Rahmenbedingungen des Kulturtransfers innerhalb kirchlicher Strukturen (Bistümer, Orden, Wallfahrten etc.) erfahren in einzelnen Beiträgen Problematisierung.

Die dritte Sektion „Auftraggeber und Objekttransfer“ trägt schließlich der Tatsache Rechnung, dass neben der Künstlermigration vor allem auch die Netzwerke der Auftraggeber eine wesentliche Rolle bei der Prägung des Kulturraumes spielen. Die Beiträge gehen auf die Beziehungsgeflechte adliger Familien, den Austausch zwischen europäischen Höfen und im geistlichen Umfeld vor allem der Klöster ein. Daneben wird die Beeinflussung von Kunst und Kultur im barocken Donauraum durch den Transport von Kunstgütern und spezifischen Baumaterialien auf dem Fluss untersucht.

Zu dem Kongress tragen Referenten zahlreicher international renommierter Institutionen aus den verschiedenen Donauländern bei, aber auch aus Italien, der Schweiz und Tschechien. Die Kongressleitung dankt hierfür ebenso wie für die wissenschaftliche Unterstützung bei der Vorbereitung der Tagung durch die Sektionsleiter und wünscht allen Teilnehmern erkenntnisreiche Tage und ergiebige Diskussionen.

Prof. Dr. Karl Möseneder (Universität Erlangen-Nürnberg), Prof. Dr. Michael Thimann (Universität Göttingen)

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