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Call for Papers | The Japanese Palace in Dresden

Posted in Calls for Papers by Editor on March 12, 2015

Japanisches Palais 14.04.2009

From H-ArtHist:

Das Japanische Palais in Dresden: Vom Porzellanschloss Augusts des
Starken zum Museumsschloss des frühen Bildungsbürgertums
Dresden, 9–10 October 2015

Proposals due by 26 April 2015

Tagung an der TU Dresden, Fritz-Thyssen-Projekt zur Baugeschichte des Japanischen Palais

Die Tagung hat das Japanische Palais in Dresden-Neustadt zum Gegenstand, das heute etwas abseitig gelegen kaum in seinem wahren Wert wahrgenommen wird. Es handelt sich bei diesem Bau um eines der Hauptwerke des Dresdner Barocks und stellte in seiner ursprünglichen Planung ein absolutes Unikat in der europäischen Architektur des 18. Jahrhunderts dar. 1729 bis 1734 zu großen Teilen aufgeführt, sollte es die reiche Sammlung Augusts des Starken an ostasiatischem Porzellan und die neu geschaffenen, kostbaren Porzellanstücke der Meißner Manufaktur aufnehmen und so Sachsens Glanz eindrücklich präsentieren. Das heutige Schattendasein des Bauwerks liegt wohl auch darin begründet, dass der Tod Augusts des Starken seine Fertigstellung vereitelte und somit das Gebäude nie auf spätere Schlossbauten ausstrahlen konnte.

An der Planung des Japanischen Palais war der König selbst rege beteiligt: Vielfältige regionale, überregionale und internationale Inspirationen und Gedankenansätze flossen hier zusammen und ließen ein einzigartiges Bauwerk entstehen. So ist neben vorbildhaften Bauten, Konzepten und zeremoniellen Eigenheiten auch nach den Erfahrungen der Architekten sowie den politischen Rahmenbedingungen zu fragen.

Nach dem Paradigmenwechsel des späten 18. Jahrhunderts hin zu einer Kultur der Aufklärung und des breiter zugänglichen Wissens sind die Umbauten der Jahre 1786 und 1835 insbesondere vor dem Hintergrund des sich entwickelnden europäischen Bibliotheks- und Museumswesens sowie des Bildungsbürgertums zu würdigen. Die nicht unbedeutenden Zeugnisse der Semperschen Neugestaltung werfen nicht zuletzt auch Fragen zu dessen Italienforschungen und seiner Polychromieschrift auf.

Geplant ist ein anderthalb tägiges Tagungsprogramm mit einer Exkursion ins Japanische Palais und in die Dresdner Porzellansammlung. Sie sind eingeladen, sich mit einem Beitrag an der Tagung zu beteiligen. Die Vorträge sollten die Länge von 20 Minuten nicht überschreiten. Bitte senden Sie bis zum 26. April 2015 einen Vortragsvorschlag von maximal 400 Wörtern sowie einen Kurzlebenslauf, ggf. mit den wichtigsten Publikationen. Die finalen Einladungen ergehen Ende Mai.

Zu den möglichen Themen zählen:

Block 1 – Barock

Europäischer Schlossbau
• Vorbildhaftigkeit bedeutender europäischer Residenzschlösser (v. a. Versailles, Stockholm, Berlin, Escorial)
• Architekten am sächsischen Hof (v. a. Zacharias Longuelune, Matthäus Daniel Pöppelmann und Jean de Bodt)
• Galerie- und profane Zentralbauten in Europa
• Kapellen und Paradeschlafzimmer in barocken Residenzschlössern

Politik
• Sachsen und Habsburg
• Sachsen und Preußen: Konkurrenz und Vorbildhaftigkeit

Städtebau
• Integration von Schlossbauten in bestehende und neu zu schaffende Strukturen
• Achsbildung im Schlossgelände und der Umgebung
• Der Alterswert bestehender Residenzen versus repräsentative Neubauten

Porzellan und Chinoiserie
• Porzellansammlungen an den europäischen Fürstenhöfen
• Porzellan als Prestigegut und seine räumliche Präsentation
• Asien in der europäischen Wahrnehmung

Gartenbaugeschichte
• Gartenkultur in Sachsen, Frankreich und Holland
• Einbeziehung natürlicher Gegebenheiten in die Planungen

Block 2 – Klassizismus und Historismus

Bibliotheken
• Vorbildhafte Architekturen im 18. Jh.
• Von der privaten Sammlung zur öffentlichen Bibliothek

Gottfried Semper
• Antikensammlungen in Europa
• Die Polychromieschrift und Italienforschungen Gottfried Sempers
• Begriff des Gesamtkunstwerks bei Semper

Rahmenbedingungen: Seitens der Tagung werden die Kosten für die Anfahrt und die Unterkunft getragen. Eine Publikation der Tagungsbeiträge ist nicht vorgesehen.

Organisatoren: Dr. Stefan Hertzig (stefan.hertzig@mailbox.tu-dresden.de); Dr. Kristina Friedrichs (kristina.friedrichs@mailbox.tu-dresden.de).