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Conference | Winckelmann and Switzerland

Posted in conferences (to attend), exhibitions by Editor on April 13, 2017

From H-ArtHist, with the program available as a PDF file here:

Winckelmann und die Schweiz
Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zurich, 18–19 May 2017

Registration due by 12 May 2017

1778 erschien in Zürich bei Orell, Gessner, Füesslin und Compagnie die von Leonhard Usteri herausgegebene Sammlung «Winckelmanns Briefe an seine Freunde in der Schweiz», ein sprechendes Zeugnis der in den 1750er Jahren begründeten und stetig bedeutender werdenden Beziehungen zwischen Johann Joachim Winckelmann und einzelnen Schweizer Persönlichkeiten, namentlich Johann Caspar Füssli, Heinrich Füssli, Salomon Gessner, Christian von Mechel, Leonhard Usteri und Paul Usteri.

Winckelmann, wie viele europäische Intellektuelle des 18. Jahrhunderts ein begeisterter Verehrer der «freien» eidgenössischen Schweiz, plante wiederholt eine Reise in das Alpenland mit römischer Vergangenheit, doch am Ende hat er die Schweiz nie besucht. Dessen ungeachtet waren sein Werk und seine Person nicht nur in Zürich anerkannt. Anlass zu gegenseitiger Wertschätzung gaben jenseits des brieflichen Austausches auch persönliche Begegnungen wie die mit Angelika Kauffmann; weitere Kontakte schufen Winckelmanns Führungen für Schweizer Reisende in Rom, die im Frühjahr 1761 in seinem «Sendschreiben» für Leonhard Usteri ihre Systematisierung fanden und durch Unterweisungen für Heinrich Füssli, Paul Usteri und Christian von Mechel ergänzt werden sollten. Eine Erweiterung des Bekanntenkreises brachten zudem gemeinsam unternommene Reisen—so mit Johann Caspar Füssli nach Neapel—, verlegerische Projekte wie der zunächst erwogene Druck der «Geschichte der Kunst» in der Schweiz und natürlich die wechselseitige Rezeption der Werke.

Das vom Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) in Zusammenarbeit mit der Winckelmann-Gesellschaft, Stendal, und dem Kunsthistorischen Seminar der Universität Basel organisierte Kolloquium hat zum Ziel, die bislang wenig erforschten Kontakte zwischen Winckelmann und Schweizer Persönlichkeiten fächerübergreifend und auf der Basis aktueller archivalischer Recherchen zu beleuchten sowie die Aufnahme seines Werkes durch Schweizer Intellektuelle und Künstler zu untersuchen. In den Blick rücken auch die Schweiz als Plattform der Kulturvermittlung in ihrer Bedeutung für Winckelmann sowie der Ästhetik-Diskurs in der Schweiz, Deutschland und Italien nebst der Antikenrezeption in der Schweiz im 18. Jahrhundert.

Die Teilnahme am Kolloquium ist kostenlos. Die Platzzahl ist beschränkt. Bitte melden Sie sich an bis am 12. Mai 2017 (sik@sik-isea.ch).

In der Bibliothek Werner Oechslin wird am 20. Mai 2017 eine Ausstellung zu Winckelmann eröffnet, die in rund 100 Exponaten dessen Entwicklung vom Bibliothekar zur Gründerfigur der deutschen Kunstwissenschaft herausstellt. In besonderer Weise thematisiert wird dabei der Kontrast zwischen der Figur des Antiquars, der sich gemäss Caylus der «Physique» der Kunstgegenstände bis in alle Verästelungen hinein widmen soll, und dem nach Höherem strebenden, idealisch denkenden Winckelmann; darauf beziehen sich sowohl die Vorstellung des Klassischen wie ein ethisch begründeter Schönheitsbegriff mit Wirkungen bis in unsere Zeit. Die Ausstellung dauert bis Ende 2017.

D O N N E R S T A G ,  1 8  M A I  2 0 1 7

13.30  Begrüssungsworte: Roger Fayet (Direktor, SIK-ISEA), Max Kunze (Präsident der Winckelmann-Gesellschaft, Stendal), Andreas Beyer (Kunsthistorisches Seminar der Universität Basel)

13.45  Die Schweiz als neues Arkadien
Moderation: Roger Fayet (Direktor, SIK-ISEA)
• Andreas Beyer (Kunsthistorisches Seminar der Universität Basel), Arkadische Schweiz
• Volker Riedel (Mitglied des Kuratoriums, Winckelmann-Gesellschaft, Stendal), Winckelmann und Gessner: Zur Problematik der Idylle im 18. Jahrhundert
• Matthias Oberli (Abteilungsleiter Kunstdokumentation, SIK-ISEA), «Merckwürdige Überbleibsel» und «stattliche Antiquitäten»: Zum Antikenverständnis in der Schweiz im Zeitalter Winckelmanns

15.15  Kaffeepause

15.45  Freundschaften und Netzwerke
Moderation: Gérard Seiterle (ehemals Direktor des Museums zu Allerheiligen, Schaffhausen)
• Max Kunze (Präsident der Winckelmann-Gesellschaft, Stendal), Antiken-Empfehlungen: Winckelmanns Schweizer Freunde in Rom
• Elisabeth Décultot (Humboldt-Professur für neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer, Germanistisches Institut, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Christian von Mechel: Zu einer Schlüsselfigur von Winckelmanns schweizerischem Netzwerk
• Christoph Frank (Istituto di storia e teoria dell’arte e dell’architettura (ISA), Università della Svizzera italiana), Winckelmann und Basel: Christian von Mechel und Johann Friedrich Reiffenstein

17.15  Aperitif

18.15  Abendvortrag
• Marcel Baumgartner (em. Ordinarius für Kunstgeschichte, Justus-Liebig-Universität, Giessen), Kunstgeschichten: Winckelmann—Piranesi—Caylus—Herder

F R E I T A G ,  1 9  M A I  2 0 1 7

9.30  Die Künste in der Schweiz
Moderation: Matthias Fischer (Kurator Kunst- und Grafiksammlung, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen)
• Gisela Bungarten (Stellvertretende Direktion und Projektmanagement, Museumslandschaft Hessen – Kassel), Füssli und Winckelmann: Wechselvolle Beziehungen in Zürich, Rom und London
• Dieter Ulrich (lic. phil., freischaffender Kunsthistoriker), «Hohe Griechische Einfalt bezeichnete seine Wercke und hauchte Leben in seinen Marmor.»
• Michael Thimann (Kunstgeschichtliches Seminar und Kunstsammlung, Georg-August-Universität Göttingen), Schweizergeschichte statt homerische Helden. Antiklassizistische Bildkonzepte um 1800

11.00  Kaffeepause

11.30  Konzepte und Strategien
Moderation: Adelheid Müller (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Projekt «Winckelmann-Ausgabe» der Akademie der Wissen-schaften und der Literatur, Mainz)
• Eva Kocziszky (Institutsdirektorin, Pannonische Universität Veszprém, Institut für Germanistik und Translations-wissenschaft), Die Allegorie bei Winckelmann, Lavater und Füssli
• Johannes Rössler (Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern), Kunst und Wissenstransfer im Zeichen Winckelmanns 1795–1830: Das Schweizer Netzwerk von Heinrich Keller (Rom), Heinrich Meyer (Weimar) und Johann Jakob Horner (Zürich)
• Hans Christian Hönes (Forschungsgruppe «Bilderfahrzeuge», The Warburg Institute, London), Die Sümpfe der Schweiz: Klimatheorie und Ursprungssuchen

13.00  Mittagspause

14.00  Formen der Rezeption
Moderation: Andreas Beyer (Kunsthistorisches Seminar der Universität Basel)
• Bettina Baumgärtel (Leiterin der Gemäldegalerie, Museum Kunstpalast Düsseldorf), Die vielen Gesichter des Winckelmann: Die Wandlungen des Winckelmann-Bildes von Angelika Kauffmann
• Adelheid Müller (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Projekt «Winckelmann-Ausgabe» der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz), «Flammenworte der Begeisterung» oder: Bündnisse, gefühlt und gelebt. Friederike Brun, Winckelmann und die Schweizer Freunde
• Harald Tausch (Institut für Germanistik / Arbeitsbereich Literatur, Justus-Liebig-Universität Giessen), Kreis ohne Meister: Kleist, Winckelmann und die Schweiz

15.30  Kaffeepause

16.00  Schlussbetrachtungen
• Werner Oechslin (Stiftung Bibliothek Werner Oechslin, Einsiedeln), «…zuerst unter dem griechischen Himmel…»

16.45  Aperitif

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